Von der Halle auf die rote Asche

Bald ist es wieder soweit, durch den kürzlichen Wetterumschwung können wir bereits mit Hochdruck am Herrichten der Außenplätze für die neue Saison arbeiten und bald wieder eröffnen. Doch wie gelingt der Saisonwechsel vom Hallentennis auf Sandplatztennis am besten? Unser Coach Gabriel hat hier einige seiner Tipps und Insights für euch gesammelt um gut in die neue Saison reinzustarten.

Der Wechsel vom schnellen Hallenboden (Teppich/Granulat oder Rebound Ace) auf den klassischen Sandplatz ist für viele Tennisspieler:innen eine Herausforderung. Während in der Halle flache,schnelle Bälle und kurze Ballwechsel dominieren, verlangt der Sandplatz Geduld, eine defensive Grundausrichtung und eine bessere Beinarbeit, da der Boden uneben und auch Wetterverhältnisse einen unterschied machen. Im Vergleich zur Halle springt der Ball auf dem Sandplatz deutlich höher ab, verliert aber auch an Tempo. In der Hall bleibt der Absprung flach und berechenbar. Das abrupte abstoppen ist auf Sand nicht mehr erforderlich. Hier ist das kontrollierte Rutschen essenziell, damit die Reichweite zum Ball erhöht wird. Auch die taktische Ausrichtung ist auf Sand etwas defensiver und auf längere Ballwechsel ausgerichtet, als in der Halle. Dort dominieren schnelle und aggressive Schläge die Ballwechsel. Jeder freut sich auf die Außensaison. Jeder will sofort matchen und sich mit seinen Freunden:innen messen. Um die genannten Unterschiede spielerisch zu meistern, helfen gezielte Spielformen beim ersten Training im Freien:

  1. Rhythmus-Einspielen im T-Feld und an der Grundlinie:
    Beginne im T-Feld, um ein Gefühl für den veränderten Absprung und den Spin zu bekommen. Gehe
    dann an die Grundlinie und spiele 10 Minuten lang kontrolliert durch die Mitte. Das Ziel ist
    Konstanz (z. B. 10 Bälle in Folge über die T-Linie), um Sicherheit für die längeren Ballwechsel auf
    Sand zu gewinnen.
  2. Das kontrollierte Rutschen (Slide-Drill):
    Rutschen ist auf Sand essenziell für die Reichweite und die schnelle Rückkehr zur Mitte. Übe
    zunächst ohne Ball den Ausfallschritt mit der Fußspitze voraus, um ein Umknicken zu vermeiden.
    Integriere dies dann in eine Übung, bei der Sie seitlich angespielte Bälle „anrutschen“, im Rutschen
    schlagen und das Körpergewicht für den nächsten Schritt nutzen.
  3. Topspin-Höhenkontrolle (Netz-Seil-Übung):
    Auf Sand ist Topspin deutlich effektiver und zwingt den Gegner zu unangenehmen
    Treffpunkthöhen. Spanne ein Seil oder Band ca. 50–100 cm über das Netz. Spiele Cross-Duelle mit
    dem Ziel, jeden Ball über das Seil zu schlagen. Das trainiert die notwendige Netzhöhe und Länge,
    die auf Sand wichtiger ist als reines Tempo.
  4. Gedulds-Spielform „Die 7er-Serie“:
    Um die mentale Umstellung auf längere Punkte zu fördern, spielen Sie Punkte aus, die erst zählen,
    wenn der Ball mindestens 7-mal im Feld war. Wer vorher einen Fehler macht oder einen zu
    riskanten Winner-Versuch unternimmt, verliert den Punkt sofort. Dies schult die Geduld und den
    taktischen Punktaufbau.

Den Aufschlag muss man noch nicht zwingend im ersten Training im Freien einbauen. Hier reicht es diesen in einen der weiteren Trainings mit einzubauen. Es ändert sich das Gefühl beim Ballwurf im Freien, ein Kick-Aufschlag ist sehr effektiv und er sollte als aufbauender Schlag für die Rally verwendet werden. Das heißt, Präzision ist im Freien deutlich wichtiger als Tempo. Wenn diese „Regeln“ beachtet werden und auch das Verständnis von Halle auf Asche vorhanden ist, gelingt der Übergang in die Sommersaison perfekt

Gabriel Kordon spielt schon seit er ganz klein ist bei uns und greift dieses Jahr wieder für unsere zweite Herrenmannschaft in der Landesliga an und auch erstmals bei den Herren 30. Mit den Jahren wurde er immer mehr auch ins Trainerteam involviert, hat aktuell die B-Lizenz und bildet sich aktiv immer weiter. Als Trio zusammen mit Headcoach Didi Dörfler und Flo Haslbeck übernimmt er einen großen Teil des Trainings im Verein und organisiert auch unser großes Jugendturnier.

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